Kulturgeschichte

Das Keltenland Baden-Württemberg

Kelten in Baden-Württemberg

Kelten – so wurde bereits in der Antike pauschal die in Stammesverbände gegliederte Bevölkerung des eisenzeitlichen Mitteleuropa genannt. Weder im ethnischen noch im politischen Sinne besaßen die einzelnen Stämme der Kelten eine gemeinsame, sie verbindende Identität. Dennoch zeigen ihre materiellen Hinterlassenschaften über weite Teile des heutigen Europa Gemeinsamkeiten in Kunst und Handwerk sowie allem Anschein nach auch in Religion und Sprache.

Das heutige Baden-Württemberg war in der Antike einer der Kernräume keltischer Kultur in Europa. Archäologisch verbindet man die „Kelten“ mit dem jüngeren Abschnitt der Eisenzeit, der Latènekultur (5. bis 1. Jahrhundert vor Christus), doch liegen ihre Wurzeln bereits in der vorausgehenden „Hallstattkultur“ (8. bis 5. Jahrhundert vor Christus).

In Südwestdeutschland entstanden ab etwa 600 vor Christus befestigte Zentralorte, „Fürstensitze“ in deren Umfeld sich die gesellschaftliche Elite prunkvoll unter Grabhügeln bestatten ließ. Dieses Phänomen prägte das frühkeltische Mitteleuropa für einen Zeitraum von fast 200 Jahren. Die „Heuneburg“ mit ihrer einzigartigen Lehmziegelmauer, die mächtigen Wälle des „Ipf“ und des „Heiligenbergs“, die eindrucksvolle Statue des „Kriegers“ von Hirschlanden und der „Heidelberger Kopf sowie die reichen Ensembles aus den Prunkgräbern von Eberdingen-Hochdorf, aus dem „Kleinaspergle“, aus Ihringen, Kappel-Grafenhausen und dem Magdalenenberg beleuchten eine Zeit, in der Südwestdeutschland mit der ersten Nennung der Keltoi an den Quellen der Donau ins Licht der Geschichte trat und sich die Gesellschaft an der Schwelle zur Hochkultur befand.

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Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bildete sich ein frühstädtisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem heraus. Typisch waren nun neue befestigte Zentralorte von zum Teil riesigen Ausmaßen, die von Julius Caesar mit dem Begriff „oppida“ beschrieben wurden. Zu diesen zählen der „Heidengraben“ bei Grabenstetten, die Anlagen von Altenburg-Rheinau, Tarodunum/Zarten und von Finsterlohr. Hunderte von ländlichen Anwesen, sogenannte Viereckschanzen, sind ebenfalls typisch für die spätkeltische Zeit. Ein eigenes Münzwesen und die Verwendung griechischer und lateinischer Schriftzeichen sind wichtige kulturelle Neuerungen dieser Zeit. Zu den spektakulärsten Objekten aus dieser Zeit zählen der Silberring von Trichtingen sowie die hölzernen Tierfiguren aus der spätkeltischen Viereckschanze von Fellbach-Schmiden.

Baden-Württembergs ist bis heute von den vom kulturellen Erbe der der Kelten geprägt, sei es durch beeindruckende Grabhügel und mächtige Wallanlagen oder durch die Namen von Orten und Städten, die auf keltische Wurzeln zurückgehen.

Ziel der Keltenkonzeption ist die Vermittlung des kulturhistorischen Erbes der Kelten im ganzen Land und die Vernetzung der ungeheuren Vielzahl und Vielfalt der Keltenstätten, seien es Fundorte oder Museen.

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Die keltische Großsiedlung von Altenburg-Rheinau

Das Landesmuseum Württemberg

Heiligenberg bei Heidelberg mit Kurpfälzischem Museum

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